Gothic Shop
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Die Gothicszene

Die Gothicszene stellt man sich als Außenstehender gerne als Treff schwarzer, trauriger Gestalten nachts auf dem Friedhof vor. Dort werden depressive Gedichte geschrieben, über den Sinn des Lebens philosophiert und schlimmstenfalls sogar Tiere geopfert. Das alles ist weit entfernt von der Realität, denn die meisten Gothics sind ganz normale Menschen, die nicht trauriger als alle anderen sind und höchstens einige spezielle Interessen und Lebensweisen haben. Lernt man diese einmal kennen, erscheinen Gothics sicherlich schnell nicht mehr so fremd und ungewohnt.

Das Erscheinungsbild

Schwarz ist in der Gothic-Szene eine dominante Farbe, aber auch nicht der einzige Farbton. Menschen, die sich der Szene zugehörig fühlen oder sie zumindest sympathisch finden, kleiden sich eher dunkel oder komplett in Schwarz. Das liegt daran, dass dunkle Farben ihnen einfach zusagen; sie haben es nicht nötig, um jeden Preis aufzufallen. Das erreichen sie mit ihren inneren Werten. Der ein oder andere kleine Farbklecks darf aber trotzdem sein, jeder Gothic hat neben Schwarz mindestens noch eine andere Lieblingsfarbe. Je nach Subszene sehen Gothics aber auch sehr unterschiedlich aus. Cyber-Gothics beispielsweise verfolgen einen künstlichen, modernen Look, während andere sich eher der viktorianischen Zeit zugehörig fühlen und ihr entsprungen sein könnten, wenn sie ihre Outfits für besondere Anlässe anziehen. Im Tagesgeschäft erkennt man Gothics beispielsweise an farbigen Haarsträhnen, dunkler, szenetypischer Kleidung, die aber alltagstauglich ist, oder an einigen speziellen Marken, die in der Szene beliebt sind.

Wie wohnt man?

Anhand der Wohnung kann man den Bewohner oft schon als Goth identifizieren. Man achten mit kommender Reife zunehmend auf Qualität und Langlebigkeit ihrer Anschaffungsgüter, doch das allein ist es noch nicht, was sie ausmacht. Die Anzeichen sind viel eindeutiger: Das Schwert oder das Wappen an der Wand, die eher dunkle Wandfarbe, die Gothic-Motive der Bilder, opulente Kerzenständer, Räucherwerk – all das findet man in einer typischen Gothic-Umgebung häufig. Der Wohnraum eines jeden Menschen ist sein individueller Freiraum, in dem er sich entfaltet und bewusst seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringt. Alles, was man in der Wohnung eines Menschen sehen kann, wurde von ihm mehr oder weniger bewusst so platziert, dass es anderen auffällt: Er will, dass sie sich auf dieser Basis ein Bild von ihm machen. Daher erklärt sich sicherlich auch, dass Gothics so viel Wert auf einen angemessenen Wohnraum legen und sich so viel Mühe bei der Wahl der Möbel, der Deko-Artikel und der allgemeinen Einrichtung geben.

Wie gehen Goths aus?

In einer edlen Cocktailbar oder im 5-Sterne-Restaurant wird man den Goth eher nicht antreffen. Wer in der Szene noch im typischen Partyalter ist, geht in Szeneclubs und Einrichtungen, die sich an sie oder ähnliche Musikgruppen richten. In den städtischen Ballungsräumen gibt es einige spezielle Gothic-Diskotheken, die überregional bekannt sind und Gothics von nah und fern anziehen; wenn es ein solches Angebot nicht gibt, organisiert man einfach eine eigene Privatparty oder wartet, bis andere Diskotheken einen Gothic-Abend veranstalten.

Typische Hobbys und Interessen

Viele Angehörige der Szene sind künstlerisch begabt – und wenn das nicht der Fall ist, sind sie zumindest interessiert. Begabte Goths zeichnen oder schreiben gerne, einige fotografieren auch, schauspielern, modeln oder sind in einer anderen ähnlichen Kunst involviert. Die meisten lesen tiefgründige Literatur oder befassen sich mit der Kunst innerhalb und außerhalb ihrer Szene. Außerhalb der Kunst wird auch gerne über das aktuelle Geschehen in der Welt, in der Szene oder in einem anderen wichtigen Bereich des Lebens diskutiert. Goths sind weltoffene, aufgeschlossene Persönlichkeiten, die sich für ihre Umgebung interessieren und sich auch gerne fortbilden, um neue Perspektiven kennen zu lernen und alle Aspekte einer Situation einschätzen zu können. Darüber hinaus hat jeder Goths auch eigene Hobbys und Interessen, zu denen von Sport bis hin zu Gemeinschaftsarbeit alles gehören kann – auch Gebiete, die man eher weniger mit der Szene assoziieren würde.

Stärken und Schwächen

Goths sind Menschen, die sehr viel nachgedacht haben. Sie haben zu fast jedem Thema eine ausgereifte Meinung, diskutieren aber gerne und wollen andere Standpunkte kennen lernen – das kann mit dem Alter kommen, von Teenagern sollte man nicht zu viel erwarten. Ihnen fällt es dadurch meist nicht schwer, sich für Neues zu öffnen und lebenslang dazuzulernen. Einige Gothics wenden sich der Szene aber auch zu, um sich von der Gesellschaft abzukehren, mit der sie in der Vergangenheit ihre Probleme hatten. Sie wollen anders sein und das auch durch ihr Erscheinungsbild zum Ausdruck bringen. Manche Gothics haben leichte bis schwere psychische Probleme, was ihnen die Akzeptanz als Szene insgesamt schwer machen kann. Da sie als so nachdenklich gelten, fällt es manchen Gothics auch schwer, neue Freunde oder den Anschluss an eine Gruppe zu finden – vor allem dann, wenn dort niemand mit ihrer Einstellung ist. Doch das sind kleinere Schwächen, die man mit etwas Arbeit an sich selbst leicht überbrücken kann.

Sind Goths alle depressive Teenie-Satanisten?

Die Gothic-Szene ist eine große Szene; allein deswegen zieht sie immer mehr Mitglieder an. Teenager beispielsweise stoßen zu ihr, da sie nach einer Möglichkeit der Rebellion und der Abkehr von der Gesellschaft suchen, mit der sie nicht immer angenehme Erfahrungen machen. Menschen, die im Leben viel erlebt haben, das nicht immer positiv war, wenden sich ebenfalls oft der Gothic-Szene zu, da sich nicht abstreiten lässt, dass sie sich mit dem Thema Trauer und ihrer Bewältigung befasst. Einige überwinden ihr Schicksal, andere trauern aufgrund ihrer Vergangenheit sehr lange und sehen die Gothic-Szene als Möglichkeit, sich auszudrücken und trotzdem mit dem Leben zurechtzukommen, wie sie es kennen. Der Satanismus ist ebenfalls ein Einfluss, den es in der Szene zwar gibt, der aber nicht zentral ist. Viele Goths haben sich auch schon mit ihm befasst, da die Themen Glaube und Religion ihnen wichtig sind – doch nur, weil sie sich damit auseinandersetzen wollen. Einige satanistische Grundsätze nehmen Gothics gerne für sich selbst an oder deuten sie um, doch die wenigstens Gothics sind gefährliche oder gar gewalttätige Satanisten. Sieht man sich einmal die Satanistenmorde der letzten Jahrzehnte an, wird man feststellen, dass die wirklich gefährlichen Fanatiker praktisch gar nicht aus der Gothic-Szene stammen und die Verbindung zwischen Gothics und dem gefährlichen Satanismus lediglich ein Irrglaube ist.

 

 

Die Kleidung der Gothic-Szene kann zuerst einmal so gut wie auf die Farbe Schwarz beschränkt werden.

Die Farbe Schwarz definiert sich hierbei als Symbolischer Ausdruck von Dunkelheit und Mystik in Facetten der Leere und Hoffnungslosigkeit und wird von außenstehenden nicht selten mit Trauer und dem Tod in Verbindung gebracht.

Zu finden ist die Farbe Schwarz neben den Kleidungsstücken selber auch als Lack auf Fingernägeln, als Haarfarbe oder als Akzentschminke gegenüber einer Leichenblass-weiß geschminkten Gesichtsfarbe.

Die „Goths“ beabsichtigen so nicht selten ihre Zugehörigkeit der Szene gegenüber Ausdruck zu verleihen und definieren so auch ihre Abgrenzung gegenüber anderen Menschen.

Dennoch finden sich im Kleidungsstil der „Goths“ neben der Farbe Schwarz auch noch Farben und deren Kombinationen daraus, wie Dunkelrot, Weiß, Violett oder auch Blau. Diese Farben stellen jedoch meist nur Einzelstilelemente neben der dominierenden Farbe Schwarz dar.

Die Kleidung selber definierte sich in den 80er Jahren ganz klar aus Schnittmengen der Punk-Szene, in dem unter anderem Kleidungsstücke wie Netzhemden und Strumpfhosen, sowie Blusen, Röcke, Jacken, etc. genutzt wurden, die absichtlich mit Rissen und Löchern versehen worden sind. Ebenso sind Armreifen, Unmengen an Nieten, Piercingschmuck und diverse Sicherheitsnadeln bei den Anhängern der Szene und im Gothicshop zu finden. Auch Element wie Lodenmäntel, Lederjacken, Peacoats, Kragen -oder Rüschenhemden, sowie Gehröcke, Uniformjacken oder auch Stücke aus Samt und Spitze sind keine Seltenheit und können oft in den unterschiedlichsten Kombinationen beobachtet und im Gothicshop erstanden werden.

Die „Goths“ beabsichtigten so in Verbindung mit der Hauptfarbe Schwarz und ihren oben beschriebenen Akzentfarben die Versinnbildlichung des „Horrors“ und speziell bei den „Grufties“ auch die Vergänglichkeit des Menschen in ihrem totenähnlich wirkenden Auftreten in Szene zu setzen.

Vielen Menschen machte das Angst, wodurch die Szene die beschriebene Abgrenzung erreichen konnte, die oftmals zu viel Unverständnis bei anderen Menschen der Szene gegenüber geführt hat.

Seit den 90er Jahren konnten jedoch aber auch andere Forme des Kleidungsstils bei der Gothic-Szene beobachtet werden. Viele „Goths“ verfolgten eine klare Abgrenzung auch zur „Punk-Szene“ und setzten daraufhin verstärkt auf Stilelemente von Kleidung aus der Zeit der Renaissance, des Jugendstil oder aber des Viktorianischen Zeitalters.

Hier kombinieren sie bis heute die unterschiedlichsten Kleidungselemente, nicht selten auch aus mehreren Epochen, was es schwer macht eine klare Zuordnung zu treffen. Fakt ist, dass häufig sehr hohe Kosten dafür entstehen und sehr viel Zeit dafür aufgewendet werden muss.

 

 

 

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