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Batcaver die Urväter des Gothic

Die Batcaver können als die Urväter des Gothic gelten. Sie wurden erst in späteren Jahren nach einem Szene-Club in Soho, London, benannt. Dort öffnete das Batcave am 21. Juli 1982 seine Pforten. Seine Existenz verdankte der Club der Glam-Goth-Band Specimen, die zur Eröffnung auch live spielte. Eigentlich war der Club als interdisziplinärer Künstlertreff mit dem musikalischen Schwerpunkt auf Glam Rock, Avantgarde und Post Punk konzipert. Doch der Club entwickelte sich rasch zum Zentrum für Gothic-Rock und zum angesagtesten Treffpunkt der englischen Gothic-Szene.

Batcaver

Der Begriff Batcaver wurde erst später geprägt, um die frühe Gothic-Szene von späteren Splittergruppen abgrenzen zu können. Denn die Ursprünge waren noch sehr stark vom Punk beeinflusst, sei es in Sachen Mode, Frisur oder Ideologie. Hier grenzen sich die Batcaver auch sehr deutlich vom Rest der Gothic-Szene ab: Während für die meisten Anhänger Weltschmerz, Besinnlichkeit und eine gewisse Trauermentalität charakteristisch ist, steht für den Batcaver eher der Spaß am Schaurigen und Morbiden im Vordergrund.

Gothic-Rock

Musikalisch entwickelte sich der Gothic-Rock aus dem späten Punk, der Ende der 70er Jahre auch gern noch als Darkpunk bezeichnet wurde. Die Fans des Gothic-Punks wollten sich nicht von den Punks abgrenzen, sondern fühlten sich sowohl im Punk als auch im Gothic beheimatet.

Gothic Rock, Post-Punk und Death Metal gelten als die bevorzugten Stilrichtungen des Batcavers. Als typische Bands gelten Bauhaus, Siouxie and the Banshees, The Damned, Sex Gang Children oder Alien Sex Fiend, die im Club Batcave aus der Taufe gehoben wurden. Die Band eroberte sich mit ihrem harten Sound und stark verzerrtem Gesang rasch eine große Fangemeinde im Batcave und in der prosperierenden Gothic-Szene.

Einen kleinen Gag am Rande erlaubten sich die Batcave-Inhaber mit Alien Sex Fiend: In den Anfangszeiten des Kinos wurden Szenen aus Stummfilmen, in der Regel mit einem Klavier, live im Kinosaal begleitet. Die Karriere der Alien Sex Fiends begann nämlich genau so: Ihre Musik lief anfangs als Begleitung bei Vorführungen von Stummfilmen im Batcave. Am 1. Dezember 1982 standen sie dann schließlich live auf der Bühne des Clubs. Die Band erspielte sich in Independent-Kreisen bereits eine stabile Fangemeinde, bevor ihr 1986 der Durchbruch gelang: Im Vorprogramm von Alice Cooper erreichten sie bei dessen Tournee durch das Vereinte Königreich die breitere Masse.

Ein Revival erlebten die Batcaver um die Jahrtausendwende dank der amerikanischen Death-Rock-Szene. Diese Bewegung entstand in den 70er Jahren in den USA. Beeinflusst wurde der Death-Rock vom britischen Goth-Rock, US-Punk, Hardcore-Punk, Glam Rock, Hard Rock und Heavy Metal. Die wohl bekanntesten Vertreter der ersten Stunde dürften die frühen Misfits sein. In den USA sorgten Bands wie The Deep Eynde und Cinema Strange für ein Revival, das auch Europa erreichte.