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Gothic Models

In der Welt der Mode existieren viele Varianten und Stilrichtungen, die teilweise nur kleine Gruppen von Menschen ansprechen und eher zum Nischenmarkt gehören. Nicht ausgeschlossen ist, dass so ein Randbereich der Mode durchaus innerhalb einer kurzen Zeitspanne zum Trend werden kann. Es gibt verschiedene Marktnischen, deren Zielgruppe relativ eng gefasst ist und feste Vorstellungen von den gewünschten Produkten und Kleidungsstücken hat. Einen solchen Nischenmarkt stellt der Bereich des Gothic mit seinen schwarz gewandeten Anhängern dar. Genau wie bei der breit akzeptierten Mode sind in der Gothic-Szene Strukturen entstanden, die an die normale Modeindustrie anknöpfen. So existieren beispielsweise unzählige Online-Shops für Gothic-Bekleidung oder gar Ladengeschäfte in den größeren Städten, die die Bedürfnisse der Goths befriedigen. Natürlich verdienen auch Designer durchaus Geld mit dem Entwerfen von szenetypischer Kleidung, daneben gibt es viele spezialisierte Versandhäuser am Markt, die die extraordinären oder alltagstauglichen Kreationen der Designer vermarkten.

Die modische Welt des Gothic wäre aber nicht so facettenreich ohne die allgegenwärtigen Gothicmodels. Für jedes Kleidungsstück eines Anbieters gibt es üblicherweise Produktfotos. Im Idealfall und bei den hochwertigeren Shops und Versandhändlern als Standard, werden die Kleidungsstücke am lebenden Subjekt präsentiert. Hierzu werden Gothic Models benötigt, um bei den Kunden einen möglichst authentischen Eindruck zu hinterlassen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen und in der Werbung massenweise vorhandenen üblichen Models, bewahren sich Gothic Models ganz ihren eigenen Stil. Dies ist in diesem Bereich der Modeindustrie durchaus gewünscht, denn nur mit einem akzeptablen Model ist der normale Goth zum Kauf einer bestimmten Kleidung zu bewegen. Aus diesem Grunde hat sich mit der steigenden Menge der angebotenen Mode für Anhänger der Gothic-Szene auch eine ganze Community der Gothic Models gebildet. Prinzipiell kann jeder ambitionierte, schwarz gekleidete Mensch zum Gothicmodel werden. Ein extravagantes Äußeres ist nicht unbedingt Bedingung, vielmehr kommt es auf die Authentizität der möglichen Kandidaten an. Eine objektive oder subjektiv gefühlte Nähe zur Szene ist jedoch von großem Vorteil.

Wie auch für andere Stilrichtungen und Geschmäcker, gibt es besondere Agenturen, die sich auf Gothic Models spezialisiert haben. Diese Agenturen verfügen üblicherweise über eine breite Auswahl an Models, die besonders für die Präsentation von Mode oder Accessoires der schwarzen Szene geeignet sind. Größtenteils sind diese Models selbst aktiver Teil der Gothic-Bewegung und verfügen über eine entsprechende Vorbildung und Kenntnis der Szene. So können Mode- oder Werbefotos entstehen, ohne sehr künstlich zu wirken. Weiterhin existieren unter den Gothic Models viele abstrakte Individuen, die durch ihr auffälliges Aussehen viel Aufmerksamkeit als Model auf sich ziehen. Dies wird im Allgemeinen vornehmlich durch grelles Make-Up und unkonventionelles Styling der auch bei Männern üblicherweise üppigen Haarpracht erreicht, teilweise auch in Kombination mit mehr oder weniger großflächigen Tattoos und einer individuellen Ansammlung von Piercings oder anderen Formen der Verzierung des menschlichen Körpers erreicht. Gothic Models sind im Regelfall sehr kreativ, was ihre Kleidung und Accessoires betrifft. Dies kann auch für den Fotografen von großem Vorteil sein, denn bei entsprechend kreativer und inspirativer Umgebung sind gute Gothic Models dazu in der Lage, die Ergebnisse des Shootings durch Improvisation oder speziellem Posing erheblich zu verbessern.

Im Allgemeinen werden Gothic Models vor allem für die Präsentation für Kleidung gebucht, es existieren aber noch andere Bereiche und Projekte, an denen sich solch ein Model beteiligen kann. Neben der Kleidung und Accessoires wie Schmuck und Piercings werden Gothic Models auch oft in Zeitschriften abgebildet. International werden mehrere, teilweise hochkarätige Szenezeitschriften vermarktet. Diese benötigen für die Illustration der Artikel auch entsprechendes Bildmaterial. Entweder werden nun Stock-Fotos mit Gothic Models gekauft oder aber eigene Shootings mit den Models in passender Umgebung und Styling veranstaltet. Des Weiteren werden für szeneinterne Musikvideos oder Artworks der CDs auch gerne Gothic Models verwendet, da so eine bessere Rezeption der Werke erreicht wird. Verschiedene Messen können ebenfalls einen Arbeitsbereich von Gothic Models darstellen, haben aber meist nur am Rande Bedeutung, da im Regelfall anspruchsvollere Aufträge angestrebt werden. Innerhalb der Szene kann rasch eine gewisse Bekanntheit erlangt werden, außerhalb dieser speziellen Modewelt ist es allerdings schwierig, Verwendung für Gothic Models zu finden.

Der Begriff „Model“ bezeichnet allgemein hin die Inszenierung und den Einsatz des eigenen Körpers in Form von Positur, Augenkontakt und der Symbiose aus Mimik und Gestik gegenüber dem Publikum oder der Kamera, meist in Verbindung mit der Anpreisung von neuen Kleidungskollektionen und Entwürfen zum Zwecke der Werbewirksamkeit, der Vorführung und oder Präsentation, oder schlichtweg zur Verkaufssteigerung eines Produktes.

Auch die Gothic Szene ist von den vielfältigen Möglichkeiten der ästhetischen und künstlerischen Darstellung von Kleidung und Mensch, sowie dem Wesen der Szene selbst nicht unberührt geblieben. So suchen auch hier verschiedenste Casting – Agenturen über das Internet oder auf Gothic Veranstaltungen selbst nach geeigneten Modeln um ihrer Kreativität und ihrer Inspiration auf Foto und Film Ausdruck zu verleihen und diesen so freien Lauf zu lassen.

Sind erst einmal zumeist weibliche Models durch ein Casting gefunden worden, wird versucht das Thema eines Gothic Shootings umzusetzen. Dabei wird zumeist sehr genau auf die Kleidung der Models und ihren Look in Form von Schminke und zusätzlichen Accessoires geachtet. Auch einen wichtigen Punkt für ein bestimmtes Themenshooting stellt der Schauplatz des Shootings da. So werden oftmals alte Fabrikgelände mit schweren Maschinen, oder aber auch dunkle Orte wie Friedhöfe, Schlösser, Burgen, Kerker, Verließe, oder auch eine Wiese mit einer großen Eiche im Mondschein genutzt um Vorstellungen in Szene zu setzten. Der Inspiration und dem Ideenreichtum sind dabei so gut wie keine Grenzen gesetzt.
Beliebt sind Einstellungen in der das Model durch ein beispielsweise leicht ausgestelltes Kleid aus glänzendem schwarzen Lack oder Leder ein Hauch von Romantik umgibt, oder die Models vor der Kamera diverse Taillen, Unterbrust, Halbbrust, beziehungsweise Vollbrustkorsetts tragen. Dabei kommen oft auch sogenannte Miedergürtel zum Einsatz. Kombiniert werden dazu oftmals Reifröcke.
Andere Shootings befassen sich mehr mit anderen Stilepochen beispielsweise aus dem Jugendstil oder des Mittelalters, wo zumeist edle bordürenbesetzte Kleider aus leichtem Stoff mit leichtem Glanz abgelichtet werden.

Auch das sündige Pondon wird gerne gefragt, gesehen und abgelichtet, wobei bei diesem teils viele Elemente aus der BDSM Szene Verwendung finden und zum Einsatz kommen.

Abschließend kann man festhalten, dass der Bereich Modeln in der Gothic Szene recht gut vertreten und beliebt ist und eine Fülle an Umsetzungsmöglichkeiten für Inspiration und Fantasie bieten.